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MINISTRANT/IN
(lat. ministrantes = Dienende, im Unterschied zu lat. ministri = Diener, also Diakone bzw. Akolythen), auch Altardiener oder Meßdiener genannt.

Ein Gottesdienst wird nicht nur von der Gemeinde und dem Priester getragen, sondern auch von verschiedenen Diensten, die einzelne Mitglieder der Gemeinde übernehmen können. Außer dem Dienst eines Organisten/einer Organistin, der LektoInnen und KommunionspenderInnen bedarf es auch verschiedener HelferInnen, die Kreuz oder Leuchter tragen, die Weihrauchfass oder Glocken bedienen, die Gaben bringen oder Spenden sammeln. Diese Dienste übernehmen MinistrantInnen.

Auch Vorbereitungen zum Gottesdienst, das Zurüsten des Altares, das Herbeibringen und Wegtragen der liturgischen Geräte - Brot und Wein sollten von der Gemeinde gebracht werden -, das Reichen des Lavabo zur Händewaschung uvm. ... sind Aufgaben, die MinistrantInnen übertragen werden.

Früher mussten Ministranten (es wurde üblich statt Erwachsener Kinder zu diesem Dienst heranzuziehen, in jedem Fall männlich) stellvertretend die Gemeinde ersetzen, ihre Antworten übernehmen und - obwohl sie kein Latein verstanden - Gebete auswendig können. Schließlich sah man in ihnen so etwas wie kleine Priester (in Italien nennt man die Ministranten clericetti = kleine Kleriker), nur sie durften den Altarraum betreten und waren dem heiligen Geschehen besonders nahe.

Heute versteht man das Ministrieren nicht mehr nur auf den Priester bezogen, sondern wieder als einen der verschiedenen Dienste des Gottesvolkes im Gottesdienst und als eine der vielen Aufgaben, die jeder aus der Gemeinde tun kann - Kinder wie Erwachsene, Mädchen wie Buben.
Quelle: A.Strutzenberger,effata-Lexikon 127

 

Schutzpatron

Als besonderer Patron der Ministranten gilt der Heilige Tarcisius (der Mutige)

Er ist wenig bekannt, sein Namensfest ist nämlich am 15. August, und da wird schon ein anderes großes Kirchenfest gefeiert (Maria Himmelfahrt), darum weiß kaum jemand etwas über ihn.

Mit Sicherheit kann über den heiligen Tarcisius nur gesagt werden, dass er ein junger Mann war, der im 3. Jahrhundert in Rom lebte und dort zu den verfolgten Christen gehörte.

Der Legende nach wurde er einmal beauftragt, nach einer heimlichen Messe in den Katakomben den zu Hause gebliebenen Kranken die heilige Kommunion zu bringen. (In jener Zeit war das Christentum verboten und alle Zusammenkünfte und Messfeiern mussten im Geheimen stattfinden!) Unterwegs wird der junge Tarcisius von Heiden aufgehalten und angepöbelt, sie wollen wissen, was er da unter seinem Gewand versteckt. Er weigert sich, ihnen sein kostbares Gut zu zeigen und auszuliefern, worauf sie über ihn herfallen und ihn schlagen, bis er tot ist.

Weil er im Auftrag und in Vertretung der Gemeinde unterwegs war, gilt er als Schutzpatron der Ministranten.

 
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